Nudging

Mit „sanften Stößen“ versuchen uns Politik und Wirtschaft in die richtige Richtung zu lenken. Ob es nun die Platzierung der Waren im Supermarktregal oder die Anordnung von Auswahlmöglichkeiten auf einem Zettel sind, längst fließen überall die Erkenntnisse der Verhaltensökonomik ein. Unter Angela Merkel wurde sogar ein Arbeitskreis für „Wirksames Regieren“ eingesetzt. Was aber ist Nudging, welche Vorteil und Nachteile werden gesehen – und wie können diese Erkenntnisse mir selbst helfen?

Die Erkenntnisse der Verhaltenforschung führen uns einleuchtend vor Augen, dass die Idee des Menschen als rationaler Agent eine Wunschvorstellung ist. Statt in allen Situationen überlegte Entscheidungen auf der Grundlage von gewichteten Argumenten zu treffen, verhalten wir uns vielfach irrational und voreingenommen. Wir orientieren uns mehr an altbekanntem, oder dem, was unser soziales Umfeld sagt, als an zweckoptimalen Strategien.

Während sich die Neuro- und Verhaltensökonomik nicht nur über ein neues Forschungsfeld, sondern zahlreiche Marketingmöglichkeiten freut, entdeckt auch die Politik zunehmend dieses Feld. Dabei entstehen nicht nur politische, sondern auch moralische Problemstellungen: Wenn ich weiß, dass der Mensch in der Kantine eher zu den Produkten in der ersten Reihe greift, kann ich dann überhaupt noch ohne Wertung entscheiden, ob ich dort Schokopudding oder Obst platziere?

 

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