Grenzen und Potentiale der Demokratie

Die Demokratie gilt nicht nur deswegen als gute Staatsform, weil sie von allen bekannten Modellen am besten geeignet erscheint, den tatsächlichen Willen der Bevölkerung widerzuspiegeln, sondern auch, weil sie geeignet sei, das verteilte Wissen der Vielen politisch nutzbar zu machen. „Demokratisierung“ kann in machen Kontexten gar als Synonym für „Fortschritt“ gedacht werden. Als einziger Anwärter, der in Frage kommen würde, dieses Modell – in all seinen unterschiedlichen Facetten, mit denen es auf der Welt vorkommt – noch zu übertrumpfen gilt manchen die „direkte“ Demokratie. Die Digitalisierung lässt diese Positionen lauter werden, und fordert ein „Update unseres“ bestehenden Systems.

In Anbetracht dieser Entwicklungen lohnt es sich, einen Blick auf die Risiken und Chancen von verschiedenen demokratischen Diskursverfahren zu werfen und die wichtige Frage zu stellen: Wann sind die Vielen tatsächlich schlauer als die Wenigen – und wann ist es umgekehrt?

Deliberative Verfahren führen nicht immer zum besten Ergebnis. Mal lassen sich die Wählerinnen von einfach klingenden Lösungen verführen, mal ist ein Thema schlicht zu komplex, um es für die Mehrheit verständlich aufzuarbeiten.

Zwar haben wir im Laufe der Entwicklung unseres politischen Systems verschiedene Hilfestellungen entwickelt, zum Beispiel die thematische Aufarbeitung von politischen Themen durch Medien und Zivilgesellschaft. Dennoch erscheinen einerseits diese System zunehmend überfordert, andererseits legen uns Forschung zum menschlichen Denken nahe, dass wir keineswegs immer die vernunftbegabten rationalen Agenten sind, auf denen unser politisches System zu Fußen behauptet.

In welchen Situationen funktionieren geheime oder offene Wahlen? Wann lohnt sich eine Diskussion, unter welchen Umständen kann sie hinderlich sein? Diese Fragen müssen dringend geklärt werden, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, alle bisherigen Errungenschaften unter dem Druck aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen zerrieben zu sehen.

 

Buchempfehlungen zum Thema:
(Affiliate-Links)

Cass R. Sunstein:
Infotopia: Wie viele Köpfe Wissen produzieren

Jochen Sunken und Klaus Schubert:
Ökonomische Theorien der Politik: Eine Einführung (Elemente der Politik)

 

Dieses Angebot lässt sich in kleineren Gruppen als Vortrag mit Diskussion, mit einer größeren Zahl an Teilnehmerinnen als interaktives Format mit Experimenten gestalten. Wenn Sie Interesse und Fragen hierzu haben, dann schreiben Sie mir gerne eine unverbindliche Nachricht.

Bitte beachten Sie meine Datenschutzerklärung.

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.