Populismus: Waffe und Werkzeug

Egal ob rechts oder links, religiös oder technokratisch: Populismus, Vereinfachungen, Verschwörungstheorien und Abgrenzung sind auf dem Vormarsch. Während unsere Probleme immer globaler und komplexer zu werden scheinen, fallen so die Antworten immer kleiner und einfacher aus. Wir schließen unsere Grenzen, seien es jene ´von Staaten, Organisationen oder Weltbildern. Das kann hilfreich sein um Komplexität zu reduzieren – aber auch gefährlich, wenn wir es übertreiben.

Vereinfachende Erzählungen und Weltbilder helfen, in Zeiten von Unsicherheit und Wandel handlungsfähig zu bleiben. Und Wandel gibt es derzeit eine Menge.

Während die politische Ökonomie nach einem halben Jahrhundert wirtschaftlicher und geselslchaftlicher Liberalisierung auf eine Trendwende wartet die versuchen wird, die lokalen Folgen der Globalisierung wohlfahrtsstaatlich und ideologisch einzugehen, beobachtet auch die Systemtheorie einen durch die Technik induzierten Wandel der Funktionssysteme. Die Digitalisierung rüttelt an bestehenden Traditionen, Regeln und Ordnungsmustern. Der entstehende Druckl betrifft Unternehmen, Regierungen und Einzelpersonen gleichermaßen.

Mit diesen Perspektiven erfüllt das aktuelle Erstarken des Populismus vor allem die Funktion, Paradigmenwechsel einzuleiten und Alternativen jenseit von vermeintlicher Sachlogik in den Diskurs einzuspeisen. Somit scheint es verständlich, dass das Vertrauen in Gesellschaft und Institutionen erschüttert wird – und wir uns nun in einer Phase befinden, die nach neuen Lösungen und Strukturen suchen muss. Es ist daher nicht verwunderlich, dass stabilisierende Begriffe wie „Kultur“, „Heimat“, „Identität“, „Nationalstaat“, „Volk“ und „Klasse“ eine Renaissance erfahren, und populistische Lösungen von rechts und links größeren Zulauf verzeichnen.

Mit einem Blick auf historische Analogien ist dies kein Aufruf zur Sorglosigkeit, sondern ein Vorschlag für einen besseren Umgang mit aktuellen Phänomenen. Welche Ursachen lassen sich also genau erkenne, und wir können sinnvolle Antwortstrategien aussehen?

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Stefan Petzner:
Trump to go: Eine kurze Erklärung, wie Populismus funktioniert

Philip Manow:

Die Politische Ökonomie des Populismus

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