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Populismus und Vereinfachungen

Handlungsfähig bleiben.

Egal ob rechts oder links, religiös oder technokratisch: Populismus, Vereinfachungen, Verschwörungstheorien und Abgrenzung sind auf dem Vormarsch.  Wir schließen Grenzen zwischen Prozessen, Staaten und Weltbildern. Das kann hilfreich sein um Komplexität zu reduzieren – aber auch gefährlich, wenn wir es übertreiben.

Sprechen Sie mit Vortragsredner Mike Karst über Populismus, Verschwörungstheorien und die Krise des Liberalismus.

Vereinfachende Erzählungen und Weltbilder helfen, in Zeiten von Unsicherheit und Wandel handlungsfähig zu bleiben. Und Wandel gibt es derzeit eine Menge. Der entstehende Druck betrifft Unternehmen, Regierungen und Einzelpersonen gleichermaßen.

Institutionen erschüttert wird – und wir uns nun in einer Phase befinden, die nach neuen Lösungen und Strukturen suchen muss. Es ist daher nicht verwunderlich, dass stabilisierende Begriffe wie „Kultur“, „Heimat“, „Identität“, „Nationalstaat“, „Volk“ und „Klasse“ eine Renaissance erfahren, und populistische Lösungen von rechts und links größeren Zulauf verzeichnen.

Populismus: Waffe und Werkzeug

Die Digitalisierung rüttelt an bestehenden Traditionen, Regeln und Ordnungsmustern. Der Populismus liefert Vereinfachungen und Erklärungsmodelle um in diesen Zeiten handlungsfähig zu bleiben. Auch wenn wir ihm genau das Gegenteil unterstellen, kann er das Werkzeug sein, um Vertrauen in der Gesellschaft wieder herzustellen. Doch erst in ein gefährliches Werkzeug, denn seine Angrenzung kann schnell in Ablehnung kippen. Dann ist er ein Waffe, die sich kaum kontrollieren lässt.

Fake News und Verschwörungstheorien

Lange haben wir gehofft, dass die mediale Verfügbarkeit an Inhalten, Zahlen und Statistiken im Netz uns dabei hilft, immer schlauer zu werden. Stattdessen beobachten wir einen Anstieg von Halbwahrheiten, Vereinfachungen, Falschnachrichten und Manipulationen. Was gestern noch als abwegig galt, erfreut sich heute im Netz einer schweigenden Mehrheit. Wie kommt es dazu und was können wir tun?

Die Krise des Liberalismus

In vielen Ländern und Bereichen beobachten wir das Erstarken von autoritären, dogmatischen und protektionistischen Gedanken. Überall sind liberale Ideen Attacken von rechts und links ausgesetzt – sei es nun auf wirtschaftlicher, politischer oder kultureller Ebene. Als Grund hierfür werden zumeist soziale Konflikte angeführt, die wirtschaftliche Ungleichheit sei alleinig Schuld an allen Konflikten. Diese Erklärung für die Krise des Liberalismus greift aber zu kurz. Vielmehr befinden wir uns an der Schwelle verschiedener gesellschaftlicher Umbrüche, die mit Konflikten und Überforderung verknüpft sind. Eine Kanalisierung der Veränderungen durch einen Rückbau liberaler Konzepte ist da eine willkommene Möglichkeit, die Welt wieder einfacher und überschaubarer zu gestalten.

Identität im Wandel

Wenn wir „Identität“ als vollständige Übereinstimmung mit einer bezeichneten Sache verstehen wollen, dann ergeben sich für dieses Konzept derzeit mehrere Schwierigkeiten. Einerseits verlangt das Hereinbrechen der elektronisch vermittelten Globalisierung, uns zu vielen Dingen neu oder erstmals zu positionieren. Wir müssen hier gewöhnlich erst herausfinden, mit was wir „übereinstimmen“ möchten. Andererseits kann diese Zuordnung auch immer nur in Abgrenzung von etwas anderem geschehen. Wir müssen also definieren, was alles nicht zu uns gehört. Individuelle, als auch kollektive Identität liegt also vielfach neu auf dem Verhandlungstisch.

Besprechen Sie diese Punkte gemeinsam mit Vortragsredner Mike Karst

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